Der kleine Spatz saĂ nachdenklich auf einem Ast.
Neben ihm saĂ die weise Eule.
Nach einer Weile fragte der Spatz:
âWas ist, wenn ich mich irre?â
Die Eule lÀchelte.
âDann hast du etwas gelernt, was du vorher noch nicht wusstest.â
Der Spatz dachte einen Moment nach.
âUnd wenn ich meine Meinung Ă€ndern muss?â
Die Eule blickte ruhig in den Himmel.
âDann bist du gewachsen.â
Manchmal fÀllt es uns schwer, unsere Meinung zu Àndern.
Nicht unbedingt, weil wir stur sind.
Sondern weil unser Gehirn Sicherheit liebt. Es versucht, die Welt so einzuordnen, dass sie fĂŒr uns verstĂ€ndlich und stimmig bleibt. Neue Erkenntnisse können dieses Bild ins Wanken bringen â und das fĂŒhlt sich manchmal unangenehm an.
Auch unser Ego spielt dabei eine Rolle. Sich einzugestehen, dass man heute etwas anders sieht als frĂŒher, kann sich zunĂ€chst wie ein Fehler anfĂŒhlen.
Dabei ist es oft genau das Gegenteil.
Wer bereit ist, seine Sicht zu hinterfragen, wÀchst.
Eine neue Erkenntnis macht das, was wir gestern geglaubt haben, nicht dumm. Sie zeigt nur, dass wir heute mehr wissen als gestern.
Vielleicht ist es deshalb gar kein Zeichen von SchwÀche, die eigene Meinung zu Àndern.
Vielleicht ist es eines der schönsten Zeichen dafĂŒr, dass ein Mensch bereit ist, weiterzulernen.
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