Wenn du deine eigenen Grenzen übergehst oder andere es tun


Manchmal beschäftigen wir uns sehr lange mit der Frage, warum es uns nicht gut geht. Warum wir schneller gereizt sind, uns zurückziehen oder uns bestimmte Situationen zunehmend belasten.

Dabei schauen wir häufig zuerst auf uns selbst. Wir fragen uns, ob wir zu empfindlich reagieren, mehr aushalten müssten oder uns einfach nicht so anstellen sollten.

Doch vielleicht lohnt sich auch ein Blick auf unsere persönlichen Grenzen. Denn manchmal übergehen wir sie selbst, manchmal werden sie von anderen missachtet  und nicht immer erkennen wir, welchen Einfluss das auf unser Wohlbefinden haben kann.

1. Du verlangst mehr von dir, als dir guttut

Wir alle haben bestimmte Vorstellungen davon, was wir schaffen, leisten oder aushalten sollten. Manche dieser Ansprüche begleiten uns schon lange und erscheinen uns deshalb ganz selbstverständlich.

Vielleicht kennst du Gedanken wie:

– Das muss ich doch hinbekommen.
– Andere schaffen das schließlich auch.
– Jetzt darf ich mich nicht so anstellen.

Solche inneren Überzeugungen können dazu führen, dass wir unsere eigene Belastbarkeit immer wieder überschätzen. Wir setzen uns unter Druck, gestehen uns wenig Spielraum zu und übergehen dabei möglicherweise unsere tatsächlichen Bedürfnisse.

Mit der Zeit kann es schwerfallen, überhaupt noch zu unterscheiden, was wir wirklich leisten können und was wir uns selbst abverlangen.

2. Andere überschreiten deine persönlichen Grenzen

Auch im Umgang mit anderen Menschen können Grenzen missachtet werden. Vielleicht werden deine Bedürfnisse übergangen, deine Gefühle abgewertet oder Entscheidungen getroffen, ohne dich einzubeziehen.

Du bemerkst durchaus, dass dich etwas verletzt oder verärgert. Trotzdem fragst du dich anschließend vielleicht:

Bin ich zu empfindlich? Habe ich überreagiert? War das wirklich so schlimm?

Wenn wir immer wieder unser eigenes Empfinden infrage stellen, kann es passieren, dass wir das Verhalten anderer rechtfertigen und unsere eigenen Grenzen zurückstellen.

Dabei verdienen auch deine Bedürfnisse, Gefühle und persönlichen Entscheidungen Respekt.

3. Du bemerkst Veränderungen an dir, erkennst aber den möglichen Zusammenhang nicht

Anhaltende Belastungen können sich auf unser psychisches Wohlbefinden auswirken.

Vielleicht reagierst du auf Kleinigkeiten viel heftiger als früher. Du hast weniger Geduld mit Menschen, die dir eigentlich wichtig sind, ziehst dich zurück oder bist gedanklich ständig mit den Erwartungen und Problemen anderer beschäftigt.

Vielleicht verlieren sogar Dinge, die dir früher Freude gemacht haben, zunehmend an Bedeutung.

Dann fragst du dich möglicherweise, warum du dich so verändert hast. Dabei könnte es sich lohnen, auch deine Lebenssituation und deine persönlichen Grenzen genauer anzuschauen.

Denn nicht immer liegt die Erklärung ausschließlich in der eigenen Reaktion. Manchmal spielen auch die Umstände eine wichtige Rolle, unter denen diese Reaktionen entstehen.

Ein anderer Blick auf die eigenen Grenzen

Manchmal suchen wir die Ursache für unser Unwohlsein ausschließlich bei uns selbst. Wir fragen uns, warum wir so empfindlich, erschöpft oder gereizt sind.

Dabei vergessen wir vielleicht, auch die Situationen und Beziehungen zu betrachten, in denen diese Gefühle entstehen.

Was verlange ich eigentlich von mir? Was lasse ich mir von anderen zumuten? Und was davon tut mir wirklich gut?

Deine persönlichen Grenzen helfen dir, wahrzunehmen, was für dich stimmig ist und wo deine Belastbarkeit endet.

Es lohnt sich, diese Grenzen ernst zu nehmen und ihnen wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Auch im Umgang mit anderen darfst du gut auf dich selbst achten.

Dein Weg zu dir Selbst🪷
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Veröffentlicht von Katharina Strätling

Psychologische Beratung