Du freust dich – und dein Kopf sucht schon nach dem Haken.

🤍

Kennst du das?

Eigentlich ist gerade etwas Schönes passiert.
Eine Nachricht, auf die du gewartet hast.
Ein schönes Gespräch.
Eine neue Möglichkeit.
Etwas, das sich endlich einmal richtig gut anfühlt.

Und kaum kommt die Freude auf, meldet sich schon dieser eine Gedanke:

„Aber was, wenn …?“
„Mal sehen, wie lange das so bleibt.“
„Irgendwas wird bestimmt noch passieren.“

Und plötzlich bist du gedanklich nicht mehr bei dem, was gerade schön ist – sondern schon bei dem, was schiefgehen könnte.

Warum macht unser Kopf das?

Ein möglicher Grund: Kontrolle kann sich sicherer anfühlen als Ungewissheit.

Wenn uns etwas wirklich wichtig ist, werden wir gleichzeitig verletzlicher. Denn wir könnten etwas Schönes wieder verlieren. Manche Menschen versuchen deshalb unbewusst, sich innerlich abzusichern: Sie suchen früh nach möglichen Problemen, relativieren ihre Freude oder rechnen lieber mit einer Enttäuschung, bevor sie überhaupt passiert.

Das kann sich kurzfristig wie Vorsicht anfühlen.

Aber manchmal nimmt uns diese Vorsicht auch einen Teil des Moments, der gerade tatsächlich da ist.

Denn zwischen

„Ich freue mich über das, was gerade passiert.“

und

„Ich weiß, dass alles gut bleiben wird.“

liegt ein großer Unterschied.

Du musst nicht wissen, wie etwas ausgeht, um dich darüber freuen zu dürfen.

Du darfst dich freuen, obwohl du nicht weißt, was morgen sein wird.

Und wenn dein Kopf wieder nach dem Haken sucht, kannst du vielleicht einmal innehalten und fragen:

„Gibt es gerade wirklich ein Problem – oder versucht mein Kopf nur, mich auf eines vorzubereiten?“

Manchmal ist der Haken nämlich gar nicht da.

Manchmal suchen wir ihn nur, weil wir gelernt haben, dass schöne Dinge nicht selbstverständlich bleiben. 🌿

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Veröffentlicht von Katharina Strätling

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