Wie Aufmerksamkeit, Gedanken und Angst körperliche Empfindungen verstärken können:
Körperliche Empfindungen können uns verunsichern. Vielleicht spürst du einen Kloß im Hals, bemerkst deinen Herzschlag oder nimmst eine Verspannung wahr. Du fragst dich, was dahintersteckt, und beginnst, genauer auf deinen Körper zu achten.
Was zunächst der Suche nach Sicherheit dient, kann dazu führen, dass die Beschwerden immer stärker in den Mittelpunkt rücken.
Es beginnt mit einer Empfindung
Stress, Angst, Trauer oder Ärger können sich auch körperlich bemerkbar machen.
Vielleicht spürst du einen Kloß im Hals, Herzklopfen oder eine Verspannung. Du bemerkst die Empfindung und fragst dich, was dahintersteckt.
Die Lupe richtet sich darauf
Du horchst in dich hinein, prüfst, ob das Symptom noch da ist, und achtest auf jede Veränderung.
Vielleicht schluckst du immer wieder, um den Kloß im Hals zu überprüfen. Oder du kontrollierst deinen Herzschlag.
Die Empfindung rückt immer stärker in den Mittelpunkt.
Welche Bedeutung gibst du dem Symptom?
„Was, wenn etwas nicht stimmt?“
„Warum ist das immer noch da?“
Wenn wir eine Empfindung als bedrohlich bewerten, kann die Angst zunehmen. Wir werden angespannter und achten noch genauer auf unseren Körper.
Dabei kann aus einer ursprünglichen Empfindung eine anhaltende Beschäftigung mit dem eigenen Körper werden.
So kann sich der Kreislauf verstärken
Du bemerkst eine Empfindung, beobachtest sie, bewertest sie als bedrohlich und bekommst Angst.
Die Anspannung steigt. Das Symptom kann intensiver wahrgenommen werden, und deine Aufmerksamkeit richtet sich erneut darauf.
So können sich Empfindung, Gedanken und Angst gegenseitig verstärken.
In der Psychologie wird unter anderem der Begriff somatosensorische Verstärkung verwendet. Er beschreibt, wie körperliche Empfindungen durch erhöhte Aufmerksamkeit und ihre Bewertung intensiver oder belastender erlebt werden können.
Das bedeutet nicht, dass die Beschwerden eingebildet sind. Die Empfindungen können sehr real sein und den Alltag erheblich beeinträchtigen.
Die Lupe behutsam weglegen
Es geht nicht darum, Beschwerden zu ignorieren oder sie mit aller Kraft wegzudrücken.
Du kannst üben, das Symptom nicht ständig zu kontrollieren und deine Aufmerksamkeit wieder auf andere Dinge zu richten, auch wenn die Empfindung noch da ist.
Vielleicht widmest du dich einer Tätigkeit, führst ein Gespräch oder nimmst bewusst wahr, was gerade um dich herum geschieht.
Es geht nicht darum, etwas erzwingen zu müssen. Vielmehr darfst du nach und nach erfahren, dass deine Aufmerksamkeit nicht ausschließlich bei der körperlichen Empfindung bleiben muss.
Was außerdem helfen kann
Passende Entspannungsmethoden, der Umgang mit belastenden Gefühlen, Veränderungen im Alltag und die Stärkung eigener Ressourcen können hilfreich sein.
Manchmal ist professionelle Unterstützung sinnvoll, um den Kreislauf besser zu verstehen und neue Umgangsmöglichkeiten zu entwickeln.
Du musst das nicht allein schaffen.
Die Beschwerden ernst zu nehmen und den eigenen Umgang mit ihnen zu verändern, schließt sich nicht aus.
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Hinweis: Körperliche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Neue oder anhaltende Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Abklärung oder Behandlung.
Dein Weg zu dir Selbst🪷
Katharina Strätling
Psychologische Beratung und intuitiv geführte Lebensberatung
http://www.katharina-straetling.de
Wenn körperliche Beschwerden zum Mittelpunkt werden
